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Rasen sanden – Gründe, Anleitung, Menge und Tipps [+Videos]

Wie sande ich meinen Rasen richtig?

Ein gepflegter Rasen ist ein optisches Highlight im Garten. Keine zerrupften Stellen mit Löchern, keine Flächen, die von Moos bedeckt sind und ein sattes Grün, auf dem das Barfußlaufen angenehm ist. Doch ein gepflegter Rasen erfordert unglaublich viel Arbeit, da bereits kleinste unbewachsene Flecken das Bild zerstören. Die Lösung für solch ein Problem ist Sand, der überraschenderweise das Rasenwachstum fördert.

Rasen sanden

Rasen sanden – Tipps und Anleitung

Warum sollte man seinen Rasen sanden?

Sand vergrößert die Poren des Rasens. Während Erde, Wurzeln, Druck und tierische Ablagerungen einen sehr festen Boden bilden, lockert Sand diesen auf. Dadurch gelangen Nährstoffe, Wasser und auch Luft leichter an die Rasenwurzeln und beleben diese. Hinzu kommt, dass der Sand den pH-Wert, den Austausch der Kationen und die Wasserhaltekraft des Bodens verändert. Dies erhöht die Wirkkraft von zugesetzten Düngern, sodass mehr Nährstoffe die Wurzel erreichen.

Wann ist es sinnvoll den Rasen zu sanden?

Die Sandung des Rasens bietet sich im Herbst oder vor allem im April/Mai an. Während des Frühlings, wenn die Außentemperatur dauerhaft mindestens 9 °C beträgt, startet die Hauptwachstumsphase des Rasens. Während dieser Zeit ist der Rasen besonders empfindlich und nimmt Nährstoffe besser auf. Durch den Sand schafft der Anwender noch bessere Voraussetzungen für das Rasenwachstum, weshalb sich die Aussaat lohnt.

Welche Böden benötigen eine Sandung?

Zwar kann der Rasenbesitzer prophylaktisch den Rasen sanden, doch manche Böden haben eine Sandung nicht nötig.

Anzeichen dafür, dass eine Sandung zu besserem Rasenwachstum führt, sind:
  • ungleichmäßiges Wachstum des Rasens
  • gelb-braune Verfärbungen der Halmspitzen
  • Filz
  • Moos
  • Unkraut

Falls all diese Probleme auftreten, obwohl der Rasenbesitzer den Rasen regelmäßig düngt, wässert und auch mäht, ist die Ursache ein verdichteter Boden. Dieser entsteht durch häufigen Druck oder wenig Pflege und resultiert in einem Lehmboden. Dies lässt sich besonders bei einem Spielrasen beobachten oder auf häufigen Gehwegen im Garten.

Wie oft sollte man Rasen sanden?

Die Häufigkeit des Sandens ist abhängig vom Pflegezustand des Rasens. Bei einem bisher wenig gepflegten und stark verdichteten Rasen sollte die Sandung zweimal jährlich erfolgen. Einmal im Frühjahr zur Hauptwachstumsphase und einmal vor dem Winter, im September. Dies sollte circa drei Jahre geschehen, sodass sich der Rasen langsam erholt und lockert. Nach den drei Jahren der intensiven Pflege ist eine einmalige Sandung pro Jahr ausreichend, um den Status quo zu erhalten.

Wie viel Sand wird benötigt?

Beim ersten Sanden des Rasens nach einer langen Pflege-Dürre fasst der Boden bis zu zehn Liter pro m². Falls der Anwender während der Saison den Rasen zwischendurch sanden möchte, sind circa vier Liter pro m² ausreichend. Ansonsten orientiert sich der Anwender an der Höhe der Grashalme, denn diese dürfen maximal zu Dreiviertel bedeckt sein.

Hilfreiche Tests und Vergleiche für einen optimalen Rasen:

Welcher Sand ist geeignet und darf ich Spielsand oder Quarzsand verwenden?

Den idealen Sand oder die passende Sandmischung für den Boden zu finden, ist abhängig von den örtlichen Gegebenheiten. Bei einem besonders sauren Boden empfiehlt sich die Beisetzung von Kalk, da dieser den pH-Wert neutralisiert. Andernfalls sollte der Anwender auf Kalk oder andere Kalziumverbindungen verzichten, um den natürlichen pH-Wert des Bodens nicht zu verändern. Hinzu kommt, dass der Sand möglichst rundkantig und nicht scharfkantig sein sollte.

Ein rundkantiger Sand verteilt sich besser im Boden und erleichtert dem Rasen das Schlagen von Wurzeln. Hierfür eignen sich am besten Quarzsand oder auch Spielsand. Beide sollten eine minimale Körnung von 0,5 mm und eine maximale Körnung von 1,5 mm aufweisen, sodass sie möglichst fein sind.

Was ist Lawn-Sand?

Normaler Sand hat keine düngende Wirkung auf den Rasen, sondern er lockert diesen lediglich auf. Der Lawn-Sand hingegen ist ein Gemisch aus Dünger und Sand. Er ist besonders eisenhaltig und verhindert dadurch, dass sich Moos ausbreitet. Darüber hinaus ist er extrem sauer und färbt die Grashalme in einem satten Grün. Deshalb verwenden besonders Golfanlagen diesen Dünger, um ein idealeres Bild des Greens zu erzeugen. Der Heimwerker sollte jedoch darauf achten, dass er nicht zu viel Lawn-Sand verwendet, denn das saure Gemisch verätzt bei einer Überdosierung die Spitzen des Rasenhalms.

Anleitung – Wie kann ich meinen Rasen sanden?

Ein unbeholfener Laie würde den Sand lediglich auf den Rasen schütten und hoffen, dass dieser den Boden lockert. Dieses Vorgehen führt jedoch dazu, dass der Rasen keinen Sauerstoff erhält und weiter abstirbt.

Daher sollte der Rasenbesitzer folgende Schritte befolgen, um das ideale Rasenwachstum anzuregen:
  1. den Rasen auf circa drei Zentimeter Höhe abmähen
  2. die gesamte Fläche im Anschluss vertikutieren, um Moos- sowie Filzreste und Unkraut zu entfernen
  3. den Sand mithilfe einer Schaufel auf den Rasen werfen und im Anschluss mit dem Rücken der Harke gleichmäßig verteilen
  4. falls ein Streuwagen vorhanden ist, kann der Rasenbesitzer auch diesen nutzen
  5. darauf achten, dass der Sand gleichmäßig verteilt ist und die Rasenhalme maximal auf zwei Zentimeter Höhe bedeckt
  6. im letzten Schritt den Rasen wässern, sodass der Sand sich in den Rasenrillen verteilt

Was ist ein Topdressing?

Das Topdressing beschreibt eine Methode aus dem Golfsport, denn die Rasenpfleger nutzen dieses Vorgehen hauptsächlich auf dem Green, in der Nähe des Lochs. Beim Topdressing streut der Anwender nicht nur Sand aus, sondern verteilt im Anschluss Rasensamen, Dünger und Bodenverbesserer auf der Oberfläche, sodass der Rasen noch dichter wächst. Im Golfsport ist dies unabdingbar, denn sonst rollt der Golfball nicht, aber bei einem herkömmlichen Rasen ist das Topdressing nicht vonnöten. Lediglich kahle Stellen im Rasen profitieren von der Methode, da so garantiert ist, dass ausreichend Gras nachwächst.

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Allgemeine Tipps

Das Sanden ist eine effektive Methode, um die oberflächliche Schicht zu lockern. Allerdings kann der Boden weiterhin verdichtet sein, denn die tiefen Schichten erreicht der feine Sand nicht. Hierbei hilft das Aerifizieren des Bodens. Beim Aerifizieren sticht der Anwender tiefe Löcher in den Boden und füllt diese im Anschluss mit Sand auf. Dadurch gelangt wesentlich mehr Sauerstoff in die tiefen Erdschichten und lockert diese auf.

Die ideale Zeit zur Aussaat des Sands ist im Frühjahr. Falls dem Rasenbesitzer jedoch erst im Sommer kahle Stellen auffallen sollten, kann er auch zwischen den Hauptjahreszeiten mit der Aussaat des Sands beginnen. Allerdings sollte er darauf achten, dass er die Aussaat an nassen oder kühlen Tagen durchführt, denn sonst verbrennt der Rasen durch den heißen Sand.

Wie kann ich Rasen richtig sanden? – Fazit

Sand ist ein Bodenlockerer, der im Fußball, Golf als auch Tennis immer zum Einsatz kommt, um einen gleichmäßigen und dichten Rasen zu ermöglichen. Er lockert den Boden auf, hilft den Rasenwurzeln bei der Nährstoffaufnahme und ist sogar im Gemisch mit Dünger erhältlich. Daher eignet er sich hervorragend, um den Rasen des heimischen Gartens zu verdichten und ein natürliches Wurzelwachstum zu verbessern.



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