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Wühlmaus oder Ratte? Wo liegen die Unterschiede?

Der eigene Garten ist nicht nur ein Paradies und Rückzugsort für den Menschen, sondern auch für jegliche Tiere. Vögel, die in den Obstbäumen zwitschern, Igel, die sich im Laub verstecken und Frösche, die im Teich laichen. Doch neben den erwünschten Gästen sammeln sich auch jegliche unerwünschte Tiere, wie beispielsweise Wühlmäuse und Ratten. Sie stehen für Krankheiten, Löcher im Rasen und gewiefte Verstecke. Doch Wühlmaus ist nicht gleich Ratte, denn beide unterscheiden sich vehement voneinander.

Wühlmaus oder Ratte

Wühlmaus oder Ratte?

Wo liegt der Unterschied zwischen einer Wühlmaus und einer Ratte?

Ratte und Wühlmaus sind zwar beide Nager und Kleintiere, aber unterscheiden sich in ihrem Aussehen, Verhalten und weiteren Punkten enorm voneinander. Folgende Unterschiede lassen sich festhalten:

Die Art der Löcher

Eine Wühlmaus ist auf den ersten Blick leichter im Garten zu identifizieren, denn sie wirft Erdhügel. Da sie knapp über die Oberfläche ein weites Netz an Gängen anlegt, wirft sie die Erde aus dem Boden, sodass diese sich als Hügel sammelt. Die Ratte hingegen legt keine unterirdischen Gänge an und benutzt ein bis zwei Löcher als Aus- und Eingang. Deshalb findet der Gartenbesitzer sie stattdessen unter Steinplatten oder anderen größeren Objekten, die die Ratte als Versteck/Bau nutzen kann.

Das Aussehen

Das Aussehen ist der offensichtlichste Faktor, denn selbst der Laie erkennt sofort einen Unterschied zwischen den beiden Nagern. Während die Wühlmaus maximal 16 cm groß ist, ist die Ratte bis zu 10 cm von Kopf bis Rumpf länger. Selbiges ist beim Schwanz festzustellen, denn während der Schwanz der Wühlmaus lediglich die Hälfte ihrer Körpergröße beträgt, ist der Schwanz der Ratte circa genauso lang wie ihr restlicher Körper.

Das Fell der Wühlmaus ist hell- bis dunkelbraun, Schwanz und der Unterleib des Tieres sind wesentlich heller. Die Ratte ist stattdessen gleichfarbig am gesamten Körper, aber eher graubraun, dunkelbraun oder sogar leicht rötlich.

Die Ohren beider Tiere sind klein und rund, aber die der Wühlmaus sind maximal 15 mm groß, wohingegen die Ohren der Ratte bis zu 23 mm groß sein können.

Verhalten

Beide Tiere sind erst in der Dämmerung oder der Nacht aktiv, da sie dort sicherer als am Tag sind. Insbesondere das dunklere Fell schützt sie vor Fressfeinden. Beide Tiere bauen sich unterirdische Erdbauten, die Maus mit einem verstrickten Netz, die Ratte hingegen in einem Loch mit integrierter Vorratskammer.

Während die Maus allein lebt oder höchstens ihren Nachwuchs großzieht, ist die Ratte in großen Gruppen unterwegs und ein soziales Tier. Das zeigt sich auch im Fressverhalten, denn die Wühlmaus untergräbt Pflanzen und frisst deren Wurzeln in ihren Gängen, während die Ratte in Gruppen jegliche Abfälle und Essensreste frisst.

Kot

Der Kot von Wühlmäusen ist so groß wie ein Stecknadelkopf. Dadurch fällt dieser seltenst auf oder erinnert an Erde. Selbiges gilt für den Urin, da die Menge so gering ist, dass sie dem Menschen nicht auffällt. Der Kot einer Ratte hingegen ist spindelförmig und bis zu zwei Zentimeter groß. Frischer Kot glänzt schwarz, wohingegen getrockneter Kot bräunlich aussieht und zerfällt. Vorzufinden ist dieser ober- als auch unterirdisch, sodass der Gartenbesitzer bei einem Rattenbefall sofort den Kot erkennt. Den Urin der Ratte erkennt der Mensch am süßlichen Geruch.

Schäden an Pflanzen

Wühlmäuse als auch Ratten sind Schädlinge für Pflanzen. Die Wühlmaus untergräbt Pflanzen und nagt deren Wurzeln ab. Aber auch in Blumenbeeten sind Nagespuren ein Zeichen für Wühlmäuse. Die Ratte hingegen frisst seltener Wurzeln, sondern Triebe von Bäumen. Da die Tiere exzellente Kletterer sind, setzen sie sich im Geäst des Baumes fest und fressen dort die jungen Triebe.

Wühlmaus Ratte
  • Abgerundetes, stumpfes Gesicht
  • Spitzes Gesicht
  • Brauner pelziger Schwanz, halbe Körperlänge
  • Langer rosa Schwanz, volle Körperlänge
  • Kleine versteckte Ohren
  • Sichtbare rosa Ohren
  • Pelzige Pfoten
  • Rosa Pfoten
  • Tiefbraune Farbe
  • Hell- bis mittelbraune Farbe, mit hellerem Unterteil
  • Taucht ab ins Wasser, wenn sie angst hat
  • Gute Schwimmer, tauchen aber nicht, wenn sie angst haben
  • Die umgebende Vegetation wird in einem Winkel von 45 Grad abgeschnitten
  • Sie ernähren sich nicht nur von Pflanzen, sondern auch von anderen Dingen – Ratten sind Allesfresser
  • Hinterlässt Kothaufen in der Nähe des Wasserrandes
  • Ansammlungen von ovalen Kothäufchen

Was zieht Ratten oder Wühlmäuse an?

Wühlmäuse sind angezogen von Wurzel- und Knollengemüse als auch Wurzeln und Rinden von schwachwüchsigen Unterlagen der Apfelbäume. Die Ratte hingegen fühlt sich insbesondere von einem offenen Kompost angezogen, da sie dort nach tierischer Nahrung sucht. Demnach sollte der Gartenbesitzer lediglich pflanzliche Abfälle in den Kompost werfen.

Wo leben Ratten im Garten?

Ratten leben im Garten in der Nähe des Komposts oder untergraben Pflastersteine sowie andere mittelgroße Gartenobjekte. Sie bauen sich einen Unterschlupf, um tagsüber vor Fressfeinden gesichert zu sein. Nachts verlassen sie den Unterschlupf, um zu fressen.

Wo leben Wühlmäuse im Garten?

Wühlmäuse leben mitten im Garten, knapp unter der Oberfläche. Typischerweise halten sie sich in der Nähe der Erdhügel auf, die sie während des Bauens der unterirdischen Gänge erstellen.

Warum ist eine Unterscheidung wichtig?

Die Unterscheidung ist deshalb wichtig, da der Gartenbesitzer so ermitteln kann, um welches Tier es sich handelt und wie er dieses effektiv bekämpft. Darüber hinaus kann der Gartenbesitzer so präventiv handeln, um eine zukünftige Ausbreitung zu verhindern.

Welche Arten von Wühlmäusen gibt es?

Die Wühlmaus bezeichnet lediglich eine Tierart und kein spezifisches Tier, weshalb die Art aus drei unterschiedlichen Mäusen besteht. Diese sind:

Die Schermaus

Die Schermaus, auch Erdratte oder große Wühlmaus genannt, ist die häufigste und gleichzeitig größte Art der Wühlmäuse mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 16,5 cm und einer Schwanzlänge von bis zu neun cm. Ihr Gewicht beträgt circa 90 g und die Länge der Hinterfüße beträgt bis zu 27 mm. Das Besondere an dieser Art ist, dass manche Tiere sogar im Wasser leben und bis zu 320 g schwer werden können. Zu erkennen sind die Tiere an ihrem dunkelbraunen Fell, dessen Unterseite und Schwanz etwas heller sind.

Die Feldmaus

Die Feldmaus ist die typische Art, die der Gartenbesitzer bemerkt, da sie Wurzeln als auch Pflanzen befällt. Sie ist nur bis zu 12 cm von Rumpf bis Kopf lang, die Hinterfußlänge beträgt circa 15 mm und der Schwanz ist bis zu 3,8 cm lang. Die Tiere wiegen nur bis zu 40 g und sind hellbraun, während die Unterseite gelb bis weißlich ist.

Die Waldwühlmaus

Die Waldwühlmaus oder auch Rötelmaus genannt ist ebenfalls bis zu 12 cm lang, wohingegen der Schwanz bis zu 6,5 cm lang sein kann. Mit einem Gewicht von bis zu 35 g ist die Waldwühlmaus etwas leichter und ist hauptsächlich in Wäldern vorzufinden. Allerdings kann ein waldnaher Garten ebenfalls einen Rückzugsort für die Tiere darstellen. Im Vergleich zur Feldmaus ist die Nase spitzer und darüber hinaus sind die Tiere erkennbar an ihrem rostbraunen Fell, das an der Unterseite heller ist.

Welche Rattenarten gibt es?

Bei der bisher beschriebenen Rattenart handelte es sich um die Wanderratte, die aktuell am weitesten verbreitete Rattenart. Darüber hinaus sind jedoch folgende Arten vorzufinden:

Die Hausratte

Hausratten sind seit 2000 Jahren bekannt. Sie sind kleiner, leichter und gedrungener als Wanderratten. Ihre Nase ist spitzer, die Ohren und Augen größer und der Schwanz ist noch länger. Sie leben jedoch nicht außerhalb des Hauses unter einem Stein oder anderen Objekten, sondern lieber im Haus. Dort finden sie sich im Keller, auf dem Dachboden oder in Zwischenwänden. Da die Tiere es trocken lieben, sind sie seltenst im Garten zu finden. Sie ernähren sich von Früchten und anderen pflanzlichen Abfällen und sind dunkelbraun bis schwarz.

Die Farbratte

Die Farbratte ist eine Laborratte, weshalb sie ein Haustier und keinen Schädling darstellt. Die Tiere sind so gezüchtet, dass sie besonders anhänglich sowie sanft sind und eine besondere Fellfärbung haben. Farbratten sind bis zu 500 g schwer, leben in Käfigen und fressen Trockenfutter, Obst als auch Gemüse. In der Wildnis sind die Tiere nicht vorzufinden, da sie ohne den Menschen nicht überlebensfähig sind.

Was sollte ich bei einem Befall von Wühlmäusen tun?

Bei einem Befall von Wühlmäusen bleiben dem Gartenbesitzer mehrere Möglichkeiten, um die Tiere effektiv zu entfernen. Die effektivste Vertreibung sind natürliche Feinde. Dazu zählen Wiesel, Füchse oder auch Marder. Sogar der Maulwurf sorgt für eine Vertreibung der Tiere, da er den Nachwuchs frisst. Bei akutem Befall helfen jedoch Buttermilch und Knoblauch, da die Tiere den Geruch nicht mögen. Hierfür steckt der Gartenbesitzer den Knoblauch in die Buttermilch und lässt beides mehrere Tage gären. Das entstandene Gemisch gießt er auf den Hügel und der ätzende Geruch vertreibt die Tiere. Um die Zeit, bis Knoblauch und Buttermilch vergoren sind, zu überbrücken, helfen Wildkräuter. Diese verstreut der Gartenbesitzer, sodass die Maus die Kräuter, statt der Pflanzen frisst.

Von jeglichen Giftködern ist jedoch abzusehen, da diese Haustiere gefährden und schädlich für die Erde als auch Umwelt sind.

Tipp
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Wie kann ich Ratten im Garten bekämpfen?

Die Bekämpfung von Ratten im Garten ist wesentlich hartnäckiger als von Wühlmäusen, da die Tiere widerstandsfähiger gegenüber Hausmitteln sind. Es helfen lediglich Cayennepfeffer und terpentingetränkte Lappen, die in der Nähe des Baus der Tiere platziert werden. Beide Stoffe wirken abschreckend und können die Tiere vertreiben. Stattdessen helfen Schlag- oder Lebendfallen, die die Tiere entweder direkt töten oder gefangen nehmen.

Darüber hinaus sind Köderboxen praktisch, da die Ratten den Giftstoff fressen und nach wenigen Tagen sterben. So stellen die anderen Ratten der sozialen Gruppe keinen Bezug zwischen Köderbox und dem Tod des Artgenossen her, sodass die Gruppe stirbt. Bei einem sofortigen Tod würde die Gruppe den Giftköder meiden.

Von Giftködern sollte, wenn möglich abgesehen werden, da diese Haustiere gefährden und schädlich für die Erde als auch Umwelt sein können. Bei einem starken Befall lässt sich der Einsatz von Giftködern allerdings manchmal nicht vermeiden.

Tipp
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Wühlmaus oder Ratte? – Fazit

Die Bekämpfung von Nagern ist mühselig, falls der Gartenbesitzer nicht weiß, welche Tierart den Garten befallen hat. So kann er weder den Garten präventiv schützen noch effektive Mitteln verwenden, um die Schädlinge zu bekämpfen. Daher ist das frühzeitige Erkennen von Wühlmäusen und Ratten entscheidend, um die Pflanzen und den Kompost zu erhalten.



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